Fehlentscheidungen und Schlamperei>

Nun war ich privat bei einem zweiten Psychotherapeuten und Arzt, zu dem ich leider nicht „wechseln“ kann, weil er keinen Vertrag mit der Krankenkasse hat.

Die Kosten sind das eine. Das andere ist, dass er mich angesichts meines nach wie vor vollkommen desaströsen Zustands zwar für arbeitsunfähig erklären, aber nicht krankschreiben kann. Meine Hausärztin meinte ja schon drei Wochen nach der Katastrophe: Kopf hoch, ich solle mich mal nicht kränker machen als ich bin. Die begehrten Praxen nehmen keine neuen Patienten auf und Termine bei Kassenärzten bekommt man nicht.

Ich erzählte dem Privaten die Geschichte DEINES und meines Sterbens – am ganzen Leib zitternd, aber dennoch so sachlich wie möglich, antwortete auf kritische Nachfragen, informierte und belegte. Daraufhin dachte der Private für mich zu Ende und sprach aus, was meine Seele längst schon weiß, was aber niemand wahrhaben will und was nicht einmal ich selbst zu Ende zu denken wage:

  • wörtlich: Das Krankenhaus hat DICH umgebracht durch Fehlentscheidungen und Schlamperei – ich könnte klagen.
  • sinngemäß: Die Geschiedene ist eine Wahnsinnige.

„Umgebracht“ durch Fehlentscheidungen und Schlamperei!

Der Verstand steht still, wenn er an die Grenzen des Entsetzens stößt …

Anne Philipe

Dies ist kein Was-wäre-VIELLEICHT-gewesen-wenn, sondern ein Was-wäre-WAHRSCHEINLICH-gewesen-wenn. Dies ist ein fundamentaler Unterschied. Dennoch war es richtig, dass er das Unfassbare so klar benannt hat als eine Bestätigung meiner inneren Stimme von außen und noch dazu von jemandem, der sich gewiss nichts suggerieren lässt.

Auf KEINEN FALL werde ich gegen das Krankenhaus klagen und in diesen Krieg ziehen – zumal ich als Lebensgefährtin noch nicht einmal eine „Angehörige“ bin. Es wäre ohnehin von vornherein ebenso aussichtslos wie sich mit der Mafia anzulegen – mit welchem Ziel zumal  – – – Eben.

Gegen die Wahnsinnige zu Felde ziehen, und sie zumindest moralisch zur Verantwortung ziehen? wer weiß … noch bin viel zu krank und geschwächt dafür … doch ich halte das Beil in der Hand. Sühne und Buße sind aus der Zeit gefallene Begriffe, doch meine Seele spürt ihre Bedeutung.

Was bin ich einem Leben nach einer derart verbrecherischen Gewalttat noch schuldig? Dankbarkeit?

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