Über

Einsam und gebrochen vom Schmerz saß Niobe inmitten der Leichen ihrer Lieben. Im Entsetzen zu Stein erstarrt wich alles Blut aus ihren Wangen, standen reglos ihre Augen. Nur Tränen rannen noch über ihr lebloses Antlitz.
Auch heute noch steht Niobes Gestalt im Gebirge. Aus den steinernen Augen fließen die Tränen unaufhörlich ins Tal hinab.

aus dem Mythos der Niobe

Niobe verlor das Liebste

ebenso wie du und ich. Ich bin wie du ein trauernder Mensch, dem der Tod den geliebtesten Menschen genommen hat. Ich wohne wie du im tiefsten Kummer und Schmerz, den ein Mensch erleiden kann. Ich habe weder Trost noch Rat, doch ich möchte dir im Leid die Hand reichen und meine Trauergedanken mit dir teilen.

Die Texte, die sich hier finden, sind Momentaufnahmen meiner Trauer und meines Schmerzes. Tagebuchnotizen – aus kurzem Abstand betrachtet und mit literarischen Verweisen verknüpft. Eine Art Syn-chronik der Trauer, ohne perspektivisches Aber-es-wird-wieder-gut, ohne rückblickendes Wie-ich-es-wieder-geschafft-habe.