Sie werden lachen. Mein Mann ist tot

Petra Mikutta

Meine Trauer fühlt sich an wie eine schwere Grippe, während sich zugleich eine Psychose anbahnt. Meine Trauer ist Seelen-HIV. Der Virus, der mich befallen hat, ist der Tod meines Mannes. Er ist nicht heilbar und potenziell tödlich. Ich rechne damit, zu überleben, den Erreger jedoch lebenslang in mir zu tragen.

Die Zeit heilt Wunden. Das Leben geht weiter. Die Floskeln stimmen, sie sind nicht einfältig. Einfältig ist jedoch, mit der Wahrheit Trost spenden zu wollen. Nicht einmal die schönste eignet sich: Der Tod ist nicht das Ende der Liebe. Ich habe keinen Trost gefunden in der Wirklichkeit. Der Tod zerschmettert sie, sie existiert nicht, wochenlang, monatelang fällt man aus der Welt in eine Vorhölle. Dort bleibt die Zeit stehen, oder sie rennt, sie verläuft erratisch … Und ja, es gibt dort Zeichen und Wunder. Sie sind die Rettungsbojen, an die ich mich geklammert habe, um nicht weiter unterzugehen.

Niemand konnte mir erzählen, was ich hören wollte, dass nämlich der Vorhang fällt und der Horrorfilm zu Ende ist. Dass ich nach Hause gehen kann, wo mein Mann auf mich wartet, dass ich aufwache und alles nur ein Traum war, ein böser, alberner Traum.

»Denken Sie manchmal an Suizid?«, hat mein Hausarzt mich neulich gefragt, als er mir zu meinen Werten gratuliert hat, mit denen ich locker hundert Jahre alt werden könne. Ja, natürlich. Aber dann ist da der Wind. Wenn er stark genug weht, renne ich ihm entgegen, so schnell ich kann.

Petra Mikutta, Sie werden lachen. Mein Mann ist tot

Dieses Buch stellt sich der Sterblichkeit und feiert das Leben Ein Mann stirbt, plötzlich und unerwartet, stürzt an einem Ostersonntag vom Fahrrad und die Welt endet. Petra Mikutta erzählt diese Geschichte von ihrer Liebe und ihrem Verlust auf einzigartige Weise. In einem Buch, das keiner, der es gelesen hat, vergessen wird: Denn der jederzeit mögliche Tod und alles Schmerzliche, das die Autorin beschreibt, wird überstrahlt vom hellen, schönen Leuchten unserer Verbindungen zu denen, die wir lieben.

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Petra Mikutta über ihr Buch