Vier minus Drei

Barbara Pachl-Eberhart

Als ich nach dem Unglück nach Hause fuhr, spürte ich, dass Heli mich besuchte. Er legte sich wie ein ganz warmer, riesengroßer Mantel um mich. So zärtlich.

Manchmal will eine Seele nur zu diesem Punkt kommen. Es reicht ihr, zu wissen, wie sich das Glück anfühlt. Dann kann sie zufrieden gehen. Heli hat erlebt, was er erleben wollte. Das Glück mit dir.

Die wachen Stunden verbrachte ich lesend, schreibend, tagträumend. Geborgen und sicher in meiner selbstgeschaffenen Parallelwelt. Einatmen. Ausatmen. Die einzige Aufgabe, die ich gerade noch bewältigen konnte. Manchmal lobte ich mich dafür, dass ich sie so gut bewältigte. Es war ja schließlich nichts mehr selbstverständlich, jeder Atemzug eine Leistung. Ab und zu klopfte jemand an meine Tür. Nachbarn. Freunde, die mir etwas vorbeibringen oder nach mir sehen wollten. Es erschien mir wie ein Zeichen aus einer anderen Welt, die mir zurufen wollte: Komm zurück! Du gehörst hierher! Aber ich machte nicht auf. Noch war ich nicht bereit für die Welt, die auf mich wartete. Sie würde mir wehtun, das ahnte ich – allein schon deshalb, weil sie sich erbarmungslos weiterdrehte.

Sieh es doch einmal so: Wenn du dich jetzt umbringst, dann kannst du nichts, gar nichts mehr tun hier auf Erden. Wenn du aber bleibst, und wenn du auch die nächsten siebzig Jahre nur in deinem Garten sitzt und deine Gänseblümchen zählst, irgendwann, vielleicht nur EINMAL, wirst du einem Menschen ein Lächeln schenken oder ein freundliches Wort. Dieses EINE Wort ist genug. Es ist mehr als alles, was du geben kannst, wenn du jetzt von der Erde fliehst.

Ich lebe mit der tiefen Dankbarkeit, dass drei Engel sich entschieden haben, mich sieben Jahre meines Lebens zu begleiten.

Barbara Pachl-Eberhart, Vier minus Drei

Ein Schicksal, das erschüttert. Ein Buch, das Mut macht

Es gibt wohl nichts Tragischeres, als von einem Moment auf den anderen seine Familie zu verlieren. Barbara Pachl-Eberhart hat es erlebt: Im März 2008 starben ihr Mann und ihre beiden kleinen Kinder durch einen Verkehrsunfall. In diesem Buch schildert die Autorin, wie sie sich ihrem Schicksal stellte. Wie sie mit Mut und bedingungsloser Offenheit den Weg in ein neues Leben fand. Und wie das starke innere Band zu ihren verstorbenen Lieben ihr dazu die Kraft gab. Ihr ergreifender Bericht zeugt von menschlicher Größe und einem unerschütterlichen Glauben an den Sinn des Lebens.

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Eine glückliche Familie wird durch einen Verkehrsunfall zerstört. Nur die Mutter bleibt verschont. Im Gespräch mit Franz Köb erzählt Barbara Pachl-Eberhart von ihrem Schicksal. Wie sie nach dem Tod ihres Mannes und ihrer beiden Kinder zu einem neuen Leben fand. Pachl-Eberhart berührt, macht Mut und zeigt, dass es Auswege aus Situationen mit höchster Verzweiflung geben kann.

Barbara Pachl-Eberhart über Vier minus Drei