Winterliche Grabgestaltung

Mit Asche bedeckten sie da
Das Feuer deines Herzens,
Zusehen musste ich, wie es erlosch
Funke um Funke

aus Marie Luise Kaschnitz, Requiem I

Unendlich schwer fällt es mir, an jenen Ort zu gehen und mir das Unfassbare dort vor Augen zu führen. Der Anblick ein schmerzender Stachel, ohne dass mein Herz es je begreifen wird.

Überaus wichtig sind mir dennoch Gestaltung und Pflege dieses Ortes, an dem kein liebendes Herz je stehen sollte, der mir andererseits nach und nach zu einem Ort der Begegnung und Verbundenheit wird.

Nun steht die Winterbepflanzung an

Mein Plan:
Blumenzwiebeln für Pflanzkübel, Zimmer und Garten besorgen.
Dann damit Töpfe im Lasagneprinzip bepflanzen
und mit Winterpflanzen oder Gesteck ontop zum Grab bringen.

Also bestelle ich online

  • schwarz- und weißschwanige Tulpen
  • Schneeglöckchen, die einen meiner Vornamen tragen
  • schneeblühende winterhimmelzartblaue Iris als Inbegriff der Treue
  • verlässliche Krokusse:
    Hoffnungsträger auf ein Jenseits, die schon die Römer ihren Verstorbenen aufs Grab pflanzten
  • purpuraugige Anemonen: Tränen der Aphrodite
  • eine tragische Amaryllis:
    Blume der mythologischen Hirtin, die ihr Herz aus Liebe zu ihrem für sie unerreichbaren Geliebten durchbohrte
  • und einiges mehr

… pflanze in Schichten

Märzenbecher, Traubenhyazinthe,
Blaustern, Krokus, Iris, Schneeglöckchen
Zwiebeln werden nach ihrer Blütezeit gestaffelt von spät nach früh lagenweise in das Gefäß gepflanzt. Zwischen den Lagen immer eine Schicht Erde einfüllen.
Tulpen, Amethyst-Blaustern, Wildtulpen, Puschkinie

… und dekoriere obenauf
mit getrockneten Gartenfunden

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